Der Rutilquarz gehört zu den schönsten Kristallbildungen im Reich der Mineralien und Edelsteine. Rutilquarz ist ein Quarz, in dem feine Rutilnadeln eingeschlossen sind. Der Rutil selbst ist ein Titanmineral und kann in den Farben Silber, Gold und Kupferrot vorkommen. Der Quarz, in den die Nadeln eingeschlossen sind, ist in der Regel ein Bergkristall oder ein Rauchquarz. In seltenen Fällen kann es auch ein Rutilquarz aus Amethyst oder Citrin geben.
Viele fragen sich, wie die feinen Rutilnadeln in den Kristall kommen. Die Nadeln wachsen nicht durch den Quarz hindurch, wie von vielen angenommen wird. Um diesen außergewöhnlichen Stein besser zu verstehen, muss man seinen Entstehungsprozess kennen.
Die Entstehung von Rutilquarz nahm ihren Anfang in Spalten und Klüften tief im Innern der Erde. Diese wurden von heißen Minerallösungen durchströmt und aufgefüllt. Diese Minerallösungen enthielten das Titanmineral Rutil. In absoluter Ruhe konnten feinste Rutilnadeln auskristallisieren. Sie wuchsen von den Kluftwänden in den Hohlraum hinein. Oft keimten diese Nadeln auf vorher schon kristallisierten sechseckigen Hämatitkristallen. Danach begann die Kristallisation des Quarzes. Die Quarzkristalle wuchsen ebenfalls in die Kluft hinein, dabei wurden die Rutilnadeln vom Quarz umschlossen. Nun befanden sich viele der Nadeln innerhalb der Quarzkristalle. Der Rutilquarz war somit entstanden. Auch in späteren Stadien des Kristallwachstums der Quarze, können noch weitere Hämatite und Rutilnadeln auskristallisieren. Dabei kann es zu sehr seltenen Formationen kommen.
Es kommt vor, dass auf einem Quarzkristall ein sechseckiger Hämatitkristall auskristallisiert. Kristallisiert jetzt Rutil an den Kanten des Hämatitkristalls aus, so bildet sich ein sechsstrahliger Rutilstern. Wächst der Quarz weiter, so wird dieser Stern vom Quarz umschlossen. Der Stern befindet sich dann im Quarz und scheint sozusagen im Kristall zu schweben. Rutilsterne sind allerdings äußerst selten, in anderen Fällen kommen auch seltene Rutilquarze mit Wassereinschlüssen vor.
Die bedeutendsten Fundstätten vom Rutilquarz liegen in Brasilien und Madagaskar. In Brasilien werden zudem die seltenen Sterne gefunden.
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